WIR BEGLÜCKWÜNSCHEN SIE ZUM KAUF IHRER GAUDER AKUSTIK-LAUTSPRECHERBOX.
Nachfolgend finden Sie wichtige Informationen zum Anschluss und zur Aufstellung Ihres neuen Lautsprechers. Die komplette Bedienungsanleitung können Sie hier downloaden.
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Inhaltsverzeichnis
Bedienungsanleitung Stereo Lautsprecher

1. Anschluss an den Verstärker
1.1 Normale Stereoverkabelung
1.2 Bi-Wiring
1.3 Bi-Amping
1.4 Basseinstellungsmöglichkeit (Room-Equalization)
1.5 Die Wahl des richtigen Verstärkers

2. Raumakustik und Lautsprecheraufstellung
2.1 Allgemeines
2.2 Die richtige Bedämpfung des Hörraums
2.3 Die Lautsprecheraufstellung
2.4 Akustische Hilfsmittel
2.4.1 Die Dickbassfalle
2.4.2 Reflektoren und Diffusoren
2.4.3 Breitbandabsorber

3. Technische Daten
3.1 Allgemeines
3.2 Wirkungsgrad-Tiefbass-Gehäusegröße

4. Das Einspielen


Hinweise zum Gebrauch

1. Anschluss an den Verstärker

1.1 Normale Stereoverkabelung

Achtung! Nehmen Sie alle Anschlusstätigkeiten nur bei ausgeschaltetem Verstärker vor! Für Defekte an den Verstärkern oder Lautsprechern, die durch unsachgemäßes Anschließen entstehen, können wir selbstver­ständlich keine Haftung übernehmen!

Verbinden Sie Ihren Vollverstärker, Endstufe oder Monoblöcke mit einem Lautsprecherkabel mit dem auf der Rückseite der Boxen befindlichen Anschlussterminal. Ihre Gauder Akustik-Boxen sind mit einem Single-, Bi-Wiring-Terminal ausgerüstet. Bi-Wiring-Anschlüsse erlauben getrennten Anschluss von Tiefton- und Mittel-Hochton-Einheit. Ab Werk sind die Anschlüsse über hochwertige Kabel verbunden, so dass Sie für die normale Betriebsart entweder die oberen oder die unteren Anschlüsse verwenden können. Achten Sie darauf die rechte bzw. linke Box mit dem rechten bzw. linken Kanal des Verstärkers zu verbinden. Befestigen Sie das Kabel an den Lautsprecherausgangsklemmen Ihres Verstärkers und das andere Ende am Lautsprecherterminal. Achten Sie auf gleichpoliges Anschließen des Kabels an Verstärker und Box. Dazu verbinden Sie den zumeist rot gekennzeichneten Pluspol des Verstärkers mit dem rot gekennzeichneten Pluspol der Box. Sind beide Boxen versehentlich gegeneinander gepolt, so entsteht ein ungewöhnlich dünnes und diffuses Klangbild. Um Verwechslungen zu vermeiden, sind alle Lautsprecherkabel normalerweise gekennzeichnet, z. B. durch Farben oder Riffelungen etc. Das Lautsprecherterminal erlaubt ein Einstecken von genormten Bananensteckern. Durch Aufschrauben der Klemmen können Sie das abisolierte Kabel aber auch direkt an den Terminalklemmen durch Verschrauben arretieren. Achten Sie in jedem Fall auf einen festen Sitz der Kabel. Schlecht sitzende Kabel können die Funktionstüchtigkeit und den Klang stark beeinträchtigen. Lautsprecherkabel beeinflussen den Klang einer Anlage. Je nach Gerätekombination, Hörraumeigenschaften und persönlichem Geschmack sind unterschiedliche Kabel empfehlenswert.

Nähere Informationen hierzu entnehmen Sie bitte dem Kapitel 1.2.


1.2 Bi-Wiring

Durch Bi-Wiring-Anschlüsse am Lautsprecher können Sie unterschied­liche Kabel oder mehrere Kabel verwenden. Wichtiger ist allerdings die Möglichkeit mehrere Endverstärker an eine Box anzuschließen (siehe 1.3). Sie entfernen dazu die Brücken zwischen den unteren (Tieftöner) und oberen (Mittel-Hochton-Einheit) Anschlüssen durch Drehen der Überwurfmuttern und Herausziehen der Brücken.

Die richtige Wahl der Kabel hängt immer auch von Ihren sonstigen HiFi-Komponenten ab. Dennoch hat sich bei unseren Hörversuchen in den letzten Jahren immer herausgestellt, dass niederinduktive Kabel eine höhere Auflösung und ein klareres, transparenteres Klangbild liefern. Das Kabel sollte aber nicht zu dünn sein, um noch eine ver­nünftige Dämpfung übertragen zu können. Dicke Stegleitungen sind zwar im Bass sehr gut, haben aber im Mittel- und Hochtonbereich durch die hohe Induktivität einen hohlen, schwammigen Charakter. Viele Laut­sprecherkabel sind weder in die eine noch in die andere Richtung einzuordnen, haben deshalb ihren ganz eigenen Klangcharakter. Da das Kabel den Verstärker mit dem Lautsprecher verbindet, muss die Harmonie der gesamten Kette stimmen.

Alle Gauder Akustik-Lautsprecher haben wir mit unserem Clearwater-Kabel entwickelt, in jedem unserer Lautsprecher setzen wir das Clearwater-Kabel als Zuleitungskabel vom Terminal zur Frequenzweiche ein. Ihr Gauder Akustik-Fachhändler stellt Ihnen gerne ein solches Kabel für Testzwecke zur Verfügung.


1.3 Bi-Amping

Vorsicht! Entfernen Sie zuerst alle Brücken, die die unteren (Tieftöner) mit den oberen (Mittel-Hochton-Einheit) Anschlüssen verbinden.
Sonst besteht Zerstörungsgefahr der Verstärker!

Lässt Ihr Anschlussterminal auch den Betrieb mit zwei Verstärkern (Bi-Amping) zu, sind verschiedene Möglichkeiten denkbar:
a) Sie besitzen bereits einen Vollverstärker, der aber nicht auftrennbar ist:
› Bi-Amping nicht möglich, gehen Sie zum Bi-Wiring über, wenn Sie eine klangliche Verbesserung erzielen wollen.
b) Sie besitzen einen auftrennbaren Vollverstärker:
› Entfernen Sie die Brücke zwischen "Pre-out" und "Main-in" an der Rückseite Ihres Gerätes und stecken Sie einen Y-Adapter in jede "Pre-out" Buchse, Diese Adapter teilen die Signale so auf, dass Sie nun mittels zweier Kabel jeden Kanal einmal in den Vollverstärker ("Main-in") zurückführen können und gleichzeitig eine separate Endstufe ansteuern können. Ihre Endstufe bleibt dabei aber im Stereo-Betrieb, bitte nicht auf Brückenschaltung gehen, da sonst der Dämpfungsfaktor halbiert wird. (siehe auch unter 1.4.).

Achten Sie aber beim Kauf der Endstufe darauf, dass diese entweder regelbar ist oder die gleiche Empfindlichkeit wie Ihr Vollverstärker besitzt. Ansonsten sind beide Bereiche nicht gleich laut und das Klangbild der Boxen wird stark verändert.

c) Sie besitzen eine Vor-Endstufen-Kombination:
› Für Bi-Amping benötigen Sie nun noch eine zusätzliche Endstufe, die nach Möglichkeit identisch mit der ersten sein sollte (gleiche Empfindlichkeit).

Stecken Sie pro Kanal einen Y-Adapter in den "Pre-out"-Ausgang Ihres Vor­verstärkers und verbinden Sie die Vorstufe mit den Endstufen über zwei Cinch-Kabel. Auch in diesem Betriebsmodus dürfen die Endstufen nicht auf gebrückt geschaltet werden. Bei Mono-Blöcken verfahren Sie entsprechend. Prinzipiell können Sie unterschiedliche Endstufen für Tiefton und Mittel-Hochton verwenden, da auch hier die Anforderungen an die Endstufen etwas unterschiedlich sind. Die tiefe Trennfrequenz zwischen diesen beiden Bereichen bei unseren Gauder Akustik-Lautsprechern bewirkt aber, dass beide Bereiche fast gleiche Leistungsanforderungen an die Endstufen stellen, so dass es durchaus sinnvoll ist, zwei identische Endstufen einzusetzen. Dies gilt auch selbstverständlich für Monoblöcke.

Sollten Sie sehr lange Kabel zwischen den beiden Endstufen und den Lautsprechern haben, kann es aber auch manchmal von Vorteil sein, die Endstufen auf Mono zu brücken und direkt zu den Boxen zu stellen, so dass nur noch vergleichsweise kurze Lautsprecherkabel benötigt werden.


1.4 Basseinstellungsmöglichkeit (Room-Equalization)

Bei unseren Lautsprecherboxen Vescova, Cassiano und den Berlina-Modellen (außer RC 3) können Sie mittels einer Brücke die Basswiedergabe in drei Stufen einstellen. Bei den Modellen Vescova und Cassiano befinden sich diese auf der Gehäuseunterseite, bei den Berlina-Modellen sitzen die Steckbuchsen hinten am Gehäuse.

Sie haben 3 Einstellmöglichkeiten:

- 1,5 dB: Bassabsenkung
0 dB: Linear
+ 1,5 dB: Bassanhebung

Die Auswahl erfolgt durch Einstecken der mitgelieferten Brücke. Dabei müssen Sie immer die mittlere Buchse (Room EQ) mit der entsprechenden Steckbuchse mittels der Brücke verbinden, wie symbolisch dargestellt. Je nach Raum, Aufstellungsort, Abhörlautstärke und Geschmack ergeben sich unterschiedliche Einstellungen. Bei der Einstellung gehen Sie rein nach Gehöreindruck vor:

Hören Sie verschiedene Musikstücke an und entscheiden Sie nach Ihrem persönlichen Geschmack, welcher Steckplatz der richtige ist. Versuchen Sie vorher aber immer, die Lautsprecherboxen möglichst optimal aufzustellen. Mehr hierzu unter Kapitel 2.

Die mitgelieferte Brücke ist mit zwei hochwertigen, hartvergoldeten Büschelsteckern versehen, so dass klangschädigende Einflüsse nicht auftreten können.


1.5 Die Wahl des richtigen Verstärkers

Auf dem HiFi-Markt tummeln sich eine große Anzahl von guten Elektronik­produkten. Wir können deshalb hier keine definitiven Empfehlungen abgeben, da wir nicht alle Produkte testen können, und der Markt auch einem stetigen Wandel unterliegt. Prinzipiell kann natürlich gesagt werden, dass ein guter Verstärker einen hohen Dämpfungsfaktor, geringen Klirrfaktor und ein leistungsfähiges Netzteil haben sollte. Der Dämpfungsfaktor beschreibt das Verhältnis der Lautsprecherimpedanz (z.B. 8 Ohm) zur Ausgangsimpedanz des Verstärkers (z.B. 0.08 Ohm). Je höher dieser Quotient ist, desto besser kann der Verstärker die Gegeninduktionsspannung des Lautsprechers kurzschließen und diesen kontrollieren. Der Dämpfungsfaktor beschreibt also sinnbildlich, wie gut der Verstärker dem Lautsprecher seinen Willen aufzwingen kann und damit die Impulswiedergabe verbessert. Ein leistungsfähiges Netzteil erlaubt eine hohe Impulsleistung und damit eine dynamische, unkomprimierte Wiedergabe. Ein geringer Klirrfaktor spricht für einen natürlichen Klang. Allerdings wurde in einer langen Untersuchung beim Magazin „Stereoplay“ festgestellt, dass der Verlauf der verschiedenen Klirrfaktoranteile (k2, k3, k4…) über der Frequenz größere klangliche Unterschiede macht als der Absolutwert des Klirrs.

All dies sind aber nur einige Aspekte, die für den Klang relevant sind. Als Orientierung empfehlenswert sind lediglich die Klirrfaktordiagramme der Zeitschriften „Audio“ und „Stereoplay“. Dort werden vor allem Röhrenverstärker favorisiert, die aus klanglicher Hinsicht sicherlich nicht verkehrt sind. Ob Sie ein Transistor- oder eher ein Röhrenliebhaber sind, müssen Sie selbst entscheiden, am besten durch eine ausgiebige Hörsitzung bei Ihrem Fachhändler.

Wir empfehlen Ihnen auch deshalb, Ihren Fachhändler zu fragen, welche Verstärker er Ihnen empfehlen würde, zumal Sie Ihn dann auch selber Probe hören können.

Begehen Sie aber bitte niemals den Fehler zuerst den Verstärker zu kaufen und dann nach einem passenden Lautsprecher zu suchen. Die klanglichen Unterschiede zwischen Verstärkern sind deutlich geringer als die zwischen Lautsprechern.


2. Raumakustik und Lautsprecheraufstellung

2.1 Allgemeines

Ein gut klingender Lautsprecher macht noch kein musikalisches Erlebnis. Die akustischen Eigenschaften eines Raumes und die Aufstellung der Lautsprecher sind ebenso entscheidend. Akustisch gute Wohnräume erleichtern aber nicht nur das Musikhören sondern vermitteln auch ein Behaglichkeitsgefühl, das sehr stark zum Wohlbefinden beiträgt. Dass man sich in manchen Räumen wohlfühlt und in anderen nicht, liegt oftmals an der Raumakustik. Ein optimal bedämpfter Raum hat also nicht nur den Sinn, die Lautsprecher möglichst gut zum Klingen zu bringen, sondern steigert auch die Lebensqualität!

Wie und womit man einen Raum optimal bedämpft, möchten wir Ihnen kurz in Kapitel 2.2. vermitteln.

Mit der Problematik der Lautsprecheraufstellung befasst sich Kapitel 2.3.

Im Kapitel 2.4. beschreiben wir, wie man mit einigen akustischen Hilfsmitteln die Raumakustik noch gezielter verbessern kann.


2.2 Die richtige Bedämpfung des Hörraums

Die stereofone Aufnahme- und Wiedergabetechnik hat dem Zuhörer zum ersten Mal die Möglichkeit beschert, auch die räumlichen Informationen, die bei einer Aufnahme herrschten (Größe und Tiefe des Raumes, Plazierung der einzelnen Musiker) im Wohnzimmer nachzuerleben. Um diese Illusion aber perfekt zu erzeugen, müssen gewisse Raumbedingungen erfüllt sein: die Lautsprecheraufstellung, die Position des Hörplatzes und die akustischen Eigenschaften des Raumes sind hierfür entscheidend. Die akustischen Eigenschaften eines Raumes hängen von seiner Größe, seiner Geometrie und seiner Nachhallzeit ab. Die Nachhallzeit ist ein Maß für die Bedämpfung des Raumes und beschreibt den Raum in seiner Gesamtheit. Die Nachhallzeit ist die Zeit, die verstreicht, bis die Energie eines Schallereignisses auf den millionsten Teil abgeklungen ist. Der Schall wird also von den bedämpfenden Materialien verschluckt. Der Absorptionsgrad hängt natürlich von der Frequenz ab, denn hohe Frequenzen lassen sich im allgemeinen besser bedämpfen als tiefe. Im Bassbereich sind zudem die Wellenlängen so groß, dass sie in die Größe der Raumdimensionen kommen und sich stehende Wellen ausbilden. Diese Raumresonanzen sind nicht grundsätzlich ein Problem. Erst wenn eine Dreifachresonanz auftritt, das heißt, wenn die Raumdimensionen so ungünstig verteilt sind, dass sich bei der gleichen Frequenz drei stehende Wellen bilden, erhöht sich die Nachhallzeit drastisch. Durch Verschieben des Abhörorts kann man aber selbst hier oft noch dem unangenehmen Nachdröhnen des Raums etwas aus dem Wege gehen. Hilft nichts mehr, muss eine Dickbassfalle aufgestellt werden. Berechnung und Konstruktionsbeschreibung hierzu finden Sie im Kapitel 2.4.

Die oft gehörte Meinung, dass ein normales quaderförmiges Wohnzimmer nicht zum Musik hören taugt, ist grundsätzlich falsch, denn Quader zeigen in den meisten Fällen eine gute Resonanzverteilung. Genauso wichtig wie die Raumdimensionen ist aber auch die Wahl des Hörplatzes, denn die Resonanzen haben ihr Druckmaximum immer an den Wänden. Versuchen Sie deshalb beim konzentrierten Musikhören etwas Wandabstand einzuhalten. Bei zirka zwei Drittel der Gesamtlänge des Raumes sitzt man eigentlich fast immer optimal, aber oft reichen schon 30 Zentimeter Hörabstand von der Rückwand, um dem lästigen Dröhnen aus dem Wege zu gehen.

Ab der sogenannten Schröderfrequenz sind die Abstände der einzelnen Raumresonanzen dann so gering, dass sich einzelne Resonanzen nicht mehr auswirken und der Raum als kontinuierlich angeregt betrachtet werden kann. Die Schröderfrequenz hängt von der Raumgröße ab und liegt bei Wohnzimmern ungefähr zwischen 180 Hz und 250 Hz. Oberhalb dieser Frequenz sind die Wellenlängen der Schallwellen dann auch so klein, dass sie vernünftig bedämpft werden können. Ab dieser Frequenz spielt die Nachhallzeit eine große Rolle für die akustische Qualität. Eine zu hohe Nachhallzeit bedeutet, dass der Raum stark reflektierend wirkt und sich die Schallenergie nicht abbauen kann. In diesem Fall erhält man so viele Echos, dass die Sprach- und Musikverständlichkeit leidet und das Klangbild stark höhenlastig wirkt. Bei einer zu niedrigen Nachhallzeit hingegen ist das Klangbild sehr muffig und leblos, zudem müssen Sie den Verstärker weiter aufdrehen und die Boxen sind schneller überlastet. Achten Sie also beim Einrichten eines Raumes auf das richtige Maß der Nachhallzeit. Da Sie normalerweise kein Messgerät für die Nachhallzeit zur Verfügung haben werden, müssen Sie sich auf Ihr Ohr verlassen, was aber eigentlich kein Problem ist. Versuchen Sie sich durch gezieltes Klatschen und Rufen von Ihrem Raum einen akustischen Eindruck zu machen und hören Sie immer mit den gleichen Musik­stücken ab. Akustische Änderungen Ihres Raums werden Sie dann mühelos erkennen.

Akustische Hilfsmittel zur optimalen Bedämpfung sind alle Stoffe, die Poren haben. Für Wohnräume besonders geeignet sind: Stoff- und Papiertapeten, Teppiche (möglichst dick und langflorig), Vorhänge, Wandbespannungen und Wandbehänge, Bilder ohne Glas, Holzvertäfelungen oder Holzdecken, abgehängte Decken mit offenporigen Platten, Polstermöbel, Schrankwände, Decken und Tischdecken, Bücher, Kissen, Stühle und Pflanzen. Langblättrige Pflanzen haben zudem den Vorteil, dass sie die Diffusität des Raumes erhöhen und damit für eine gleichmäßige Energieverteilung sorgen.

Der Anbringungsort der genannten schallschluckenden Materialien ist zunächst zweitrangig, Hauptsache Sie haben genügend Oberfläche in den Raum gebracht. Achten Sie lediglich darauf, dass nicht eine Seite des Raums sehr stark und die andere sehr schwach bedämpft ist. Links und Rechts sollte immer möglichst identisch sein. Mit dem obengenannten Instrumentarium lässt sich nun prima spielen und für jeden Raum die optimale Lösung finden, die auch optisch akzeptabel ist. Und denken Sie immer daran, in einem optimal gedämmten Raum fühlen Sie sich wohler! Oder wollen Sie in einem Badezimmer wohnen?


2.3 Die Lautsprecheraufstellung

Die Anregung der Raumresonanz funktioniert natürlich am besten, wenn die Lautsprecher an der Wand oder gar in der Ecke stehen. Versuchen Sie deshalb etwas Wandabstand mit den Boxen einzuhalten. 20 - 30 cm sind schon oft eine deutliche Verbesserung. Ihr Gauder Akustik-Lautsprecher ist außerdem auf äußerste Präzision ausgelegt worden, so dass im Allgemeinen keine großen Probleme auftreten, wenn Ihr Raum eine „vernünftige“ Nachhallzeit besitzt. Allerdings verschlechtert sich bei zu wandnaher Aufstellung die räumliche Abbildung der Box, das Klangbild wirkt flächig, die Tiefen- und Breiteninformation wird verschmiert. Das liegt daran, dass die Reflexionen von der Seiten- oder Rückwand innerhalb von 3 Millisekunden nach dem Direktschall am Ohr eintreffen und mit zur ersten Wellenfront gerechnet werden. Aus der ersten Wellenfront holt sich das Ohr vor allem die Information, wo die Schallquelle steht. Dementsprechend hört das Ohr bei an der Wand stehenden Lautsprechern eine große, flächige Schallquelle, so dass Breiten- und Tiefenstaffelung der Aufnahmen prinzipbedingt verloren gehen (Gesetz der ersten Wellenfront).

Derselbe Effekt entsteht, wenn Lautsprecher zu nahe an der Seitenwand stehen und die Reflexionen der Seitenwände auch innerhalb der ersten 3 Millisekunden eintreffen. Achten Sie deshalb auch auf genügend Abstand zu den Seitenwänden. Der Umweg der Reflexionen muss auch hier mehr als 3 Millisekunden betragen. 3 Millisekunden entsprechen einem Umweg von mindestens 110 cm.

Stellen Sie bei quaderförmigen Räumen die Lautsprecherachse immer in Raumlängsrichtung, eine leichte Asymmetrie schadet oft nicht. Bei großen Räumen kann aber auch manchmal eine Beschallung in Raumquerrichtung besser sein. Überraschend gute Ergebnisse erzielt man durch eine Ausrichtung der Lautsprecher und des Hörplatzes in Richtung einer Raumdiagonalen. Probieren Sie diese Aufstellungsart ruhig einmal durch, damit Sie erkennen, welches Potenzial Ihr Lautsprecher in Ihrem Raum erreichen kann. Am schwierigsten sind L-förmige Räume. Hier wird oftmals ein Teil des L's zum Mitschwingen im Bass angeregt, so dass ein Dröhnen entsteht.

Es gibt noch eine sehr einfache Methode, die Lautsprecheraufstellung im Bassbereich schnell zu optimieren, die auf dem Reziprozitätstheorem basiert: Stellen Sie die Lautsprecherbox auf Ihren bevorzugten Hörplatz, legen Sie ein bassstarkes Stück ein und setzen Sie sich auf ein Hocker im Bereich, den Sie als Lautsprecheraufstellungsort zur Verfügung haben. Wandern Sie nun mit ihrem Hocker in diesem Bereich herum und markieren Sie die Stelle, an der die Basswiedergabe am präzisesten war. Damit haben Sie den Aufstellungsort des Lautsprechers bestimmt! Diese Methode ist insbesondere bei Subwoofern unschlagbar!


2.4 Akustische Hilfsmittel

2.4.1 Die Dickbassfalle

Sollte Ihr Raum im Bassbereich bei einer Frequenz stark nachresonieren, lässt sich das mit einer Dickbassfalle abmildern. Eine Dickbassfalle ist zunächst einfach ein mit Dämmmaterial gefülltes Gehäuse mit beliebiger Geometrie, in das ein oder mehrere Rohre eintauchen. Die Luft in den Rohren fängt bei der sogenannten Tuningfrequenz an mitzuschwingen und erregt die Luft im Innern, die nun die Schwingungsenergie an das Dämmmaterial überträgt. Diese Bassfallen lassen sich sehr genau auf die Frequenz und Bandbreite der Raumresonanz einstellen und entziehen dem Raum bei dieser Frequenz einen Teil seiner Energie. Dies ließe sich elektrisch nur mit einem sehr teuren parametrischen Equalizer bewerkstelligen. Normale Terz- oder Oktavbandequalizer haben hierfür eine viel zu große Bandbreite.

Sie gehen folgendermaßen vor: Zunächst müssen Sie die Frequenz des Dröhnens feststellen. Das geht am einfachsten mit einem Sinusgenerator, den Sie an Ihre Anlage anschließen und so lange die Frequenz er­höhen, bis das Dröhnen einsetzt. Im Handel gibt es auch eine Vielzahl von CDs mit Testsignalen, die Sinustöne enthalten. Gerne senden wir Ihnen unsere Gauder-Akustik-Test-und-Einmess-CD zu, die Ihnen auch bei Raumproblemen weiterhilft. Sie können die störenden Dröhnfrequenz aber auch mathematisch mit der eindimensionalen Rayleigh-Formel herausfinden, indem Sie die jeweils ersten drei Grundresonanzen in jeder Raumrichtung berechnen. Fallen zwei oder gar drei Resonanzen fast auf dieselbe Frequenz fallen, haben Sie ihren gesuchten Störenfried.

Die eindimensionale Rayleigh-Formel lautet:

f = n · c / 21

mit n: 1, 2 oder 3
c: 344
1: Raumlänge, -breite und -höhe in Meter
f: Dröhnfrequenz in Hertz
Ist die Dröhnfrequenz gefunden, können Sie die Bassfalle berechnen:

Sie legen zunächst das Volumen fest und berechnen dann die Anzahl und Länge der Rohre. Dabei gilt: je größer die Falle, desto größer die Wirkung.

Es gilt:

Lv = ( 94170 n / f 2 V ) * r 2 - 1,463 √n r

1: Rohrlänge
n: Anzahl der Rohre
r: Radius des Rohrs in cm
V: Nettobassfallenvolumen in Liter
f : Dröhnfrequenz in Hz

Beachten Sie bei dieser Formel, dass der Rohrradius und nicht der Durchmesser eingesetzt werden muss, und dass sich die Wurzel nur auf die Anzahl der Rohre bezieht! Die Geometrie und das Aussehen der Bassfalle spielen keine Rolle. Am einfachsten sind natürlich quader-
förmige Gehäuse.

Als Rohre eignen sich Plastikabflussrohre oder auch Bassreflexrohre, die Sie bei Ihrem Händler in Durchmesser von 5, 7 und 10 cm bestellen können. Beachten Sie aber, dass diese Rohre nur bis zu einer maximalen Größe lieferbar sind (5er-Rohre bis 147 mm, 7er-Rohre bis 187 mm, 10er-Rohre bis 147 mm). Notfalls können Sie aber auch die Rohre übereinander stecken, da sie nach hinten konisch verlaufen. Versuchen Sie so viele Rohre und so große Rohre wie möglich in das Volumen einzubauen. Dazu sägen Sie einfach ein rundes Loch aus einer Seitenwand (52,5 mm Durchmesser für ein 5er-, 72,5 mm Durchmesser für ein 7er- und 102,5 mm für ein 10er-Rohr) und klopfen Sie das Rohr mit der flachen Hand in das Gehäuse bis zum Flanschrand. Über dieses Loch können Sie nun Dämmmaterial (Schafwolle) einfüllen, die Sie ebenfalls bei Ihrem Händler bestellen können. Achten Sie aber darauf, dass die Rohre noch einen Mindestabstand von 5 cm zur Rückwand benötigen.

Nicht alle Aufstellungsorte sind gleich gut geeignet. Versuchen Sie den optimalen Aufstellungsort in Ihrem Raum zu finden. Zumeist zeigt eine Wand- oder Eckaufstellung die besten Ergebnisse.

Tip: Rücken Sie Ihre Couch 30 cm von der Wand weg und stellen Sie eine große Bassfalle dahinter, die als Abstellplatz für Pflanzen oder Lampen dient. Die Rohre sollten aber nach oben zeigen und frei bleiben. Generell können Sie natürlich auch vorhandene Truhen, Schränke oder Beistelltische zu Bassfallen umfunktionieren, oder Sie lassen sich von einem Schreiner einen Zusatztisch bauen, dessen Volumen als Bassfalle genutzt wird.


2.4.2 Reflektoren und Diffusoren

In vielen Räumen entstehen auch durch Reflexion an zwei gegenüber­liegenden Wänden oder Raumecken Flatterechos, die akustisch sehr un­angenehm sind. Versuchen Sie deshalb die Ecken Ihres Raumes zu "brechen", indem Sie irgendwelche fraktalen Gebilde z. B. Pflanzen, Lampen oder Möbel in die Ecken stellen. Oder lassen Sie sich Eckreflektoren anfertigen, die in den Raumecken angebracht werden. Sie erhöhen dadurch die Diffusität des Raums und erzeugen damit eine gleichmäßigere Energieverteilung.

Begehen Sie nicht den Fehler, die Seitenwände Ihres Raums zu stark zu bedämpfen. Nach dem „Gesetz der ersten Wellenfront“ benötigt das Gehör seitliche Reflexionen, um die Transparenz und Luftigkeit des Klanggeschehens zu empfinden.


2.4.3 Breitbandabsorber

Während im Bassbereich lediglich eine schmalbandige Absorption gefragt ist, müssen Absorber im Mitteltonbereich sehr viel breitbandiger sein, um die Nachhallzeit möglichst gleichmäßig zu senken. Hierzu sind viele technische Konstruktionen ersonnen worden, die auch sehr gut funktionieren. Diese basieren alle auf dem Prinzip des porösen Absorbers: durch Eindringen in kleine Poren irgendeines Stoffs wird die Be­wegung der Luftmoleküle so stark bedämpft, dass die akustischen Energie in Wärme umgewandelt wird. Besonders geeignet sind hier natürlich alle Arten von offenporigen Materialien wie Tapete, Teppiche, Stoffe, Decken, Papier, Bücherregale, Pflanzen, Vorhänge etc.

Für eine effektive Absorption benötigt man allerdings sehr viel Fläche, so dass sich im Wohnzimmer ein optisches Problem ergibt. Versuchen Sie deshalb mit Inneneinrichtungsgegenständen und den oben beschriebenen Materialien eine genügend hohe Absorption zu erreichen.

Es gibt auch Hersteller von sehr effektiven und gutaussehenden Akustikelementen, die das Problem mit geringem Aufwand ausgezeichnet lösen können. Senden Sie uns hierfür einfach ein Mail oder fragen Sie Ihren Gauder-Akustik-Fachhändler.


3. Technische Daten

3.1 Allgemeines

Technische Daten entsprechend der veralteten DIN 45500 anzugeben, macht heute keinen großen Sinn mehr. Zudem sind all diese Daten klanglich irrelevant oder sogar irreführend. Andere Daten sind messtechnisch fragwürdig und werden nicht einheitlich angegeben. Die Belastbarkeitsangaben gehen zumeist an der Wirklichkeit vorbei, da sie sich nur auf die elektrische Belastbarkeit beziehen. Viele Basslautsprecher werden aber aufgrund des zu großen mechanischen Hubs zerstört, der ihnen zugemutet wird. Die üblichen technischen Daten sind also mehr als fragwürdig, um die Leistungsfähigkeit eines Lautsprechers anzugeben. Klangliche Relevanz haben sie sowieso keine. Die klanglichen Eigenschaften eines Lautsprechers, und auf die kommt es ja eigentlich an, haben nichts mit den technischen Daten zu tun. Ein Lautsprecher mit hohem Wirkungsgrad sollte immer mit großer Skepsis betrachtet werden. Hohe Wirkungsgrade erhält man nur durch Bündelung der Schallenergie auf einen kleinen Raumwinkelbereich (Hornlautsprecher) oder durch eine sehr hohe Resonanzfrequenz, die Tiefbass unmöglich macht. Die Bündelung eines Hornlautsprechers führt zu einer schlechten Dispersion des Schalls (Schallverteilung im Raum), die das Ohr als unangenehmes Näseln und stark eingeschränkte Räumlichkeit interpretiert, weil seitliche Schall­anteile fehlen. Nicht umsonst verwenden die besten Hornlautsprecher breitabstrahlende Kugelwellenhörner, die dann aber einen nur unwesentlich höheren Wirkungsgrad besitzen. Viele guten Mitteltonchassis haben gutes Impulsverhalten, aber einen schlechten Frequenzgang. Da Lautsprecher passive Elemente sind, kann man lediglich Absenkungen vornehmen, um die notwendige Glättung des Frequenzgangs zu erzielen. Das führt zwangsläufig zu einem schlechteren Wirkungsgrad. Eine Lautsprecherbox mit hohem Wirkungsgrad hat somit eine wellige, unausgeglichene Mittenwiedergabe. Ein hoher Wirkungsgrad weist also praktisch immer auf Schwächen des Lautsprechers hin, es sei denn er ist schrankgroß. Näheres hierzu auch gleich unter 3.2

Sollten Sie dennoch diese Daten benötigen, entnehmen Sie diese bitte den Typenschildern auf der Rückseite jeder Lautsprecherbox.

Die alte Meinung, dass die Sinusleistung des Verstärkers kleiner sein muss als die der Box und nichts kann passieren, ist ebenso falsch. Ein zu kleiner Verstärker, der zu weit aufgedreht wird, produziert sehr starke Verzerrungen, die oftmals den Hochtöner zerstören. Ein Verstärker mit sehr viel höherer Sinusleistung wird die Box bei gleicher Lautstärke unbeschadet lassen. Die Gefahr der Zerstörung ist hier erst durch längeres Überschreiten der Musikbelastbarkeit möglich, was aber eher selten auftritt.

Bei Erhöhung der Basswiedergabe durch einen Bassregler oder Equalizer kommt man sehr häufig an das mechanische Limit des Lautsprecherchassis und bringt es zum Anschlagen (die Schwingspule schlägt unten auf die Polplatte auf). Wenn die Basslautsprecher also „tock-tock“ machen, sofort die Lautstärke reduzieren oder die Regler auf neutral stellen. Ein solches Aufschlagen der Schwingspule führt schnell zu einer Verformung der Schwingspule, so dass sie im Luftspalt festklemmt und die Schwingspule durchbrennt.

Solche Fehlbetreibungen oder Überlastungen führen zum Garantieausschluss.


3.2 Wirkungsgrad-Tiefbass-Gehäusegröße

Diese drei Lautsprecherparameter sind untrennbar miteinander verknüpft und sind strikt diametral zueinander. Tiefbass aus kleinem Gehäuse ist zum Beispiel nur mit geringem Wirkungsgrad möglich. Ein hoher Wirkungsgrad aus kleinem Gehäuse bedeutet umgekehrt eine starke Einbuße an Tiefbass. Man muss also aus diesen drei Parametern den "vernünftigsten" Kompro­miss finden.

Noch bis in die siebziger Jahre hinein war der Wirkungsgrad eine sehr entscheidende Größe für Lautsprecher, weil Verstärker mit genügend Leistung sehr teuer oder nicht verfügbar waren. Heute ist Verstärkerleistung sehr preiswert geworden. Sie finden bereits unter 700, - € Verstärker mit weit über 100 Watt Sinusleistung pro Kanal, die zudem sehr stabil sind!

Da ein Lautsprecher immer so klein wie möglich sein sollte, haben wir uns bei unseren Lautsprechern entschieden, den Wirkungsgrad etwas zu senken, dafür aber das Boxenvolumen zu verkleinern und die untere Grenzfrequenz sehr tief anzusetzen. Der richtige Weg wie wir meinen, da heutzutage unglaublich gute und kräftige Verstärker für moderates Geld erhältlich sind. Zudem sehen wir keinen Sinn darin, einen unausgeglichenen Frequenzgang zu akzeptieren, nur um den Wirkungsgrad hoch zu ziehen. Seien Sie bei Herstellerangaben mit hohem Wirkungsgrad vorsichtig. Entweder stimmen sie nicht oder der Lautsprecher ist auf Kosten von natürlichem Klang nur für hohe Endlautstärken konzipiert. Oder es fehlt wie eben beschrieben der Tiefbass.


4. Das Einspielen

Lautsprecher benötigen, wie alle schwingungsfähigen Systeme, eine gewisse Einspielzeit, bis sie ihren endgültigen Zustand erreicht haben. Ein Laut­sprecher, der frisch gefertigt worden ist, benötigt zirka 12-24 Stunden Einwobbelzeit, bis sich bei ihm seine endgültigen Parameter eingestellt haben. Eingebaut in eine Lautsprecherbox steigt die Einspielzeit weiter an.

Das Einspielen kann mit beliebiger Musik erfolgen, wobei höhere Lautstärke die Einspielzeit verkürzt. Im Allgemeinen werden Sie aber, je nach Modell, zirka 60-250 Stunden benötigen. Die Boxen klingen nach dem Einspielen satter und runder, das Klangbild löst sich besser von der Box, und Sie erhalten mehr Tiefbass. Die Mitten werden freier und das gesamte Klangbild bekommt mehr Luft.

Geben Sie Ihren neuen Lautsprechern also etwas Zeit zum Einspielen bevor Sie ein endgültiges Urteil fällen oder größere Hörtests machen.


Und nun wünschen wir Ihnen viel Freude am Hören!